oder auch: das Rennen an, in und über die Rinne. Auf einem Verkehrsübungsgelände, so stand es in der Ausschreibung sollte das Rennen stattfinden. Bei der Einfahrt auf das Gelände sah alles so aus wie auf der heimischen Crossstrecke - festgefahrener Sand, etwas Kies zwischendurch - aber in Kleinmachnow konnte ich das ja schon trainieren.
Nach dem Abholen der Startnummern und dem Auspacken der Räder - welche Laufräder? Sieht nach Semislick aus, aber Grifo ist aktuell drauf. Naja, erstmal Strecke angucken. Außerdem war es viel zu warm. Langarmtrikot über dem Einteiler, mehr brauchte man beim Warmfahren nicht und auch so kam man dann auf der Runde schon ordentlich ins Schwitzen.
Es gab auch einen Streckenplan am Start, da bei dem vielen Flatterband keine Richtung erkennbar war. Es stellte sich heraus, das die Absperrung nur für die Kinder zum Laufen gedacht war. Unsere Strecke ging woanders lang. Ok, Einfahrt gefunden - Start/Ziel war aber wegen des Crosslaufs nicht befahrbar.
Es sollte eine lange Startgerade auf einem Betonplattenweg geben, die dann um einen umgefallenen Betonpfeiler herum durch eine ziemlich rutschige Matschkurve hinein in den ersten Geländeteil führte. Nach ein paar leichten Kurven und einzelnen Schottersteinen - wo man schon etwas von der Rinne, die durch den Rest des Geländes führte, bewundern konnte - kam die erste Sandkiste. Sie ließ sich aber gut fahren - schlimmer war der Sandteil, der danach kam. Hier gab es nur ganz rechts eine gut fahrbare Spur, die aber auf der rechten Seite durch eine recht hohe Kante begrenzt wurde und auch noch ziemliche Wellen aufwies. Außerdem lagen in den beiden Buddelkisten vereinzelte Pflastersteine herum, auf die man aufpassen musste. Danach kam eine Wiese, ein Stück wo es endlich mal einigermaßen rollte und wo es keine Rinne gab, in der man fahren musste oder konnte. Einfach nur flacher Waldweg. Das sollte sich aber gleich ändern. Mit der Einfahrt in den Wald sah man, das es sich um eine aktiv genutzte Motocrossstrecke handelte. Eine tiefe Rinne und schön ausgefahrene Kurven. Dazu noch viele Wellen - also immer wieder ein leichtes Bergauf und bergab und jede Menge Kurven. Außerdem stand in den Löchern der Schlamm, was die Rinne noch interessanter machte, denn sie war wirklich rutschig. So sollte es eine ganze Weile bleiben. Mal konnte oder musste man in der Rinne fahren, mal musste man raus, weil man keine Pedalumdrehung ohne Bodenkontakt hinbekommen hätte und immer wieder enge Kurven um irgendwelche Bäume herum - mal mit Überhöhung, mal ohne. Drei kleine kurze Anstiege, wieder unterbrochen von Fahren in und an der Rinne und Slalom um die Bäume und schon war man wieder im Start/Zielbereich.
Fazit: eine Fahrtechnikstrecke und gefühlte 10000 Antritte pro Runde. Durch die Nässe im Wald war man auch immer mal wieder am hin und her rutschen in der Rinne - zwei oder dreimal musste man auch eine quer verlaufende Fahrspur "überfahren". Gute Platzierungen werden hier wohl schon am Start entschieden. Danach muss man, weil fast die gesamte Rennstrecke ein einziger Singletrail war, jeden Überholvorgang hart erkämpfen und Überholen ohne Kooperation des Gegners oder Ansetzen einer Brechstange war nur auf der verbliebenen halben Startgeraden möglich. Außerdem: Grifo bleibt drauf, bei dem Gerutsche wollte ich mir keinen Semislick antun.
Zum Rennen selbst - die Startaufstellung war zuerst nach Deutschlandcup-Punkten - es war aber nur ein Fahrer mit Punkten anwesend. Anschließend nach Startnummer - also Vormeldungen zuerst, anschließend die Nachmeldungen nach Anmeldung. Für mich hieß das Reihe zwei von drei und Kai stand direkt neben mir am Start. So war außer mir wenigstens noch etwas Grün im Wald unterwegs.
Der Start war ganz ok, bei der Einfahrt ins Gelände fehlte mir irgendwie das Durchsetzungsvermögen, also war ich mal wieder gefühlt ganz hinten. Zum Glück aber dann doch nicht so ganz, so das ich nicht wieder von ganz hinten anfangen musste mich nach vorne zu arbeiten. Durch die vorherigen Rennen hatte sich auch eine Fahrspur herausgebildet. Jetzt lief es Runde für Runde besser. Einen Fahrer konnte ich auf den folgenden Runden noch überholen. In der zweiten Hälfte des Rennens zeigten dann die ständigen Antritte ihre Wirkung und nach der ersten Rampe fragte man sich ständig, war die zweite Rampe wirklich noch so weit? Zwei Runden vor Schluss setzte ich dann mein ganzes Talent ein und schaffte es wieder - unter ganzem Material und Körpereinsatz rutschte ich in einer engen Kurve um einen Baum herum mit dem Hinterrad in die Rinne ab und meine Schulter streifte den Baum. Ok, heute ausnahmsweise doch mal kein Material beschädigt, nur der Motor leicht angeschlagen. Das sollte in diesem Rennen auch der einzige unbeabsichtigte Kontakt mit der Rennstrecke bleiben.
Kai fuhr bis zur letzten Runde in der Gruppe um Platz 3 mit. Leider wurde ihm dann die Sandpassage zum Verhängnis und ein kleiner Lenkfehler zwang ihn zum unsanften Anhalten. Da man in dem Sand nicht mehr versuchen brauchte aufzusteigen, musste er bis zum Ende laufen und schon war das mühsam erarbeitete Loch weg und es ging "nur noch" um Platz vier oder fünf, da man im Trail nicht mehr wirklich überholen konnte.
Fazit: Ein sehr technischer Kurs, der zwar am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig war, aber dann doch sehr viel Spaß machte. Das Fahren in der Rinne habe ich nun also ausreichend trainiert - genauso, wie ich es nach Lehndorf vor hatte. Ich habe bisher noch kein Crossrennen mit so einem hohen Trailanteil erlebt und es besteht unbedingte Wiederholungsgefahr.
- Blog von Erik Grohnwaldt
- Zum Verfassen von Kommentaren bitte Anmelden.